Nahezu überall findet man Fundstücke aus unterschiedlichen Jahrzehnten

1988 erwarben die Familie das unter Denkmalschutz stehende Bauernhaus, welches ursprünglich eine Anbauerstelle der Familien Hermanns und Dederichs war. Der Türsturz des Haupteingangs ist mit 1851 datiert. Bei der Renovierung der Hauptfassade 1995 wurde der Türsturz des Haupteingangs freigelegt und entdeckt, dass ein Peter Hermanns im Jahre 1851 die Haustür verlegt hatte. Verwunderlich war aber der Fund einer weiteren Tür, die bei der Freilegung der Gewände zum Vorschein kam. Diese befindet sich im linken Fenster der Hauptfassade des Wohnhauses. Dort ließen sich mehrfache Ergänzungen erkennen, wodurch man vermutete, dass das Haus wenigstens 100 Jahre früher entstanden sein muss. Mit diesem vermutlichem Umbau von 1851 sind auch die Stallgebäude an das ursprünglich quadratische Haus angebaut worden. Die Frage bleibt daher vorläufig unbeantwortet, was dieses quadratische Gebäude zu bedeuten hatte. War es ein Teil der Stadttore, deren es bis Baasem (2 km) neun geben sollte, und von denen nur noch fünf nachweisbar vorhanden sind?

Der Kunststall in den Abendstunden

Der heutige Zustand

Das Haus ist ein schlichtes, traufständiges, zweigeschossiges Einhaus.
Es ist ein in der Flucht dem Straßenverlauf folgendes, zwischen dem Wirtschaftstrakt in der linken und dem Wohntrakt in der rechte Haushälfte abgeknicktes, aus Bruchsteinen erbautes und rauh verputztes Wohnstallhaus mit einem pfannengedeckten Satteldach. Der Eingang und das rechte Erdgeschoßfenster in der relativ starken, straßenseitigen Traufwand hat eine Sandsteineinrahmung von 1851. Das linke Fenster hat eine noch in der Mauerstruktur erkennbare Türeinfassung aus einzelnen Sandsteinblöcken. Die zwei kleinen oberen Fenster zeigen im Mauerwerk nachträgliche Veränderungen.

In der leicht zurückspringenden Traufwand der Rückseite des Wohnhauses, in Höhe der Obergeschoßsohlbänke, liegen ebenfalls zwei sandsteinumrandete Fenster. Das linke Fenster wurde nachträglich „modern“ zur Tür vergrößert. Das Obergeschoß besteht aus einer verputzten Fachwerkwand. Sie enthält zwei doppelflügelige Sprossenfenster mit hölzernen Bekleidungen, dazwischen befindet sich ein freiliegender Balkenkopf. Auch wenn das Fachwerk ursprünglich in der SÜd- und Westeifel den Vorrang hatte, so wurde es im 18. und 19. Jahrhundert verdrängt. Maßgeblich dafür war die Bauverordnung durch die Obrigkeit, welche den relativ brandsicheren Massivbau förderte und zum anderen der durch Raubbau verursachte Holzmangel. Daher ging man gegen Mitte des 18. Jahrhunderts vielerorts dazu über, Fachwerkgebäude mit Putzfassaden zu versehen.

Das Erdgeschoß

Auf den Spuren der Bewohner

Das Hausinnere läßt erkennen, dass es sich um einen zweiraumtiefen Zweiraumtypen mit zum Teil original erhaltener Innenaufteilung handelt. Der Herdraum hat einen völlig intakten, lediglich nach unten ergänzten Rauchfang; in der Brandmauer ist noch die originale Steinumrahmung des Takenlochs erkennbar. Dahinter liegt in der Stube die hochrechteckige Wandnische des hier ehemals eingebauten Takenschrankes. Die einzelnen Schrankeinlagebretter wurden wieder ergänzt. Im zentralen Herd-raum, links neben der Kaminablage, befindet sich ein teilweise noch erhaltener, originaler Treppenaufgang zum Obergeschoß. Die ehemalige Raumaufteilung des Küchenraumes ist an der Decke erkennbar. Im heutigen renovierten Zustand bildet dieser Raum das Kaminzimmer, mit halb offenem Kamin der in die ursprüngliche Rauchfangkappe mündet. Diese ist vollständig erhalten und im Obergeschoß sichtbar.

Erstes Geschoß

Der Dachraum wurde nachträglich zu Wohnzwecken ausgebaut. Der Wirtschaftrakt mit sandsteineingerahmter Tür- und Fensteröffnung im Stallbereich wurde 1851 ergänzt. Das Scheunentor wurde 1994 mit
einem zweiteiligen Schiebetor versehen. Von dem ursprünglichen Flügeltor sind die Drehanker noch vorhanden.

 Das Haus liegt in städtebaulich bedeutsamer Lage unmittelbar an der Zufahrt zum Stadttor. In Proportion und Erscheinungsbild ist es ein weitgehend ungestört erhaltenes und daher bereits seltenes, sogenanntes Einhaus. Seine ursprüngliche Raumaufteilung und einige originale Ausstattungsdetails, wie Kaminanlage mit Rauchfang, Treppe und zum Teil originale Decken auf starken Unterzügen müssen als selten und daher unbedingte Bestandteile des Baudenkmals erhalten bleiben.

 Hunderte bis Tausende von Scherben und anderen Fundstücken sind bereits aus Fußböden und sonstigen Verstecken gefunden und gesammelt worden.